Einblick in die Traditionelle Chinesische Medizin

In meinem letzten Beitrag über Ernährung habe ich bereits anklingen lassen, dass ich euch gerne noch ein wenig mehr über die Traditionelle Chinesische Medizin erzählen möchte. Schließlich beschäftige ich mich nun schon gut 1 Jahr mit der TCM und habe heuer im März eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin begonnen. Ihr fragt euch vielleicht, wie ich dazu gekommen bin und was mich eigentlich an der Chinesischen Medizin so fasziniert.

Wie genau ich zur TCM gekommen bin, kann ich ehrlich gesagt gar nicht mehr sagen. Aufgrund meiner Verdauungsbeschwerden und Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe ich recht viel im Internet recherchiert und bin dann irgendwie auf die Ernährungsempfehlungen der Chinesischen Medizin gestoßen. Der ganzheitliche Ansatz hat mich schnell angesprochen. Außerdem wurde ich auf den österreichischen Arzt Dr. Georg Weidinger aufmerksam und habe mir sein Buch Die Heilung der Mitte gekauft. Wer sich mit der TCM noch nicht so gut auskennt, sich aber näher mit ihr beschäftigen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Dr. Weidinger geht in seinem Buch auf sehr verständliche Weise auf die Basics der TCM ein. Er erklärt, wie die TCM „arbeitet“ und was wir selbst für unsere Gesundheit tun können. Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch:

„Chinesische Medizin ist 80 Prozent Lebensführung, 10 Prozent Akupunktur und 10 Prozent chinesische Kräutermedizin (Medikamente). […] Diese 80 Prozent inkludieren Ihr tägliches Essen und Trinken, Ihr tägliches Atmen, Ihre tägliche Bewegung, Ihren täglichen Schlaf, Ihren täglichen Stresspegel und wie Sie damit fertig werden, sowie Ihre tägliche Lebensfreude.“

Genau das ist es, was mir an der Chinesischen Medizin so gefällt. Dass wir zu einem großen Teil selbst beeinflussen können, ob es uns gutgeht, nämlich durch die Art und Weise wie wir leben. Welche Lebensweise für einen die richtige ist, ist natürlich sehr individuell und muss jeder für sich selbst rausfinden. Die TCM gibt auch keine bestimmte Lebensweise vor, sondern schaut sich jeden Menschen individuell an. Je nachdem in welchem Lebensabschnitt, in welcher (Lebens-)Situation, in welcher Tagesverfassung wir uns gerade befinden, benötigen wir etwas anderes. Ein Hitzetyp wird zum Beispiel andere Empfehlungen erhalten als ein Kältetyp, auch wenn beide ursprünglich wegen einer Blasenentzündung zur Behandlung gekommen sind. Oder wenn jemand beispielsweise an Hautunreinheiten, Akne oder Neurodermitis leidet, dann wird nicht nur das Symptom „bekämpft“, in dem man Cremes verschreibt (die bei Akne meist auch nicht wirken), sondern man versucht herauszufinden, woher die Beschwerden eigentlich kommen. Man schaut sich also immer den gesamten Organismus an, denn alles im Körper hängt zusammen. Ziel ist es, Ungleichgewichte im Körper wieder auszugleichen und alles wieder ins Fließen zu bringen, sodass der Körper wieder richtig arbeiten und heil werden kann.

Die typgerechte Ernährung soll dem Körper dabei helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen. In der Ausbildung lernen wir zum Beispiel, was man bei chronischer Müdigkeit, ständigen Kopfschmerzen, Süßhunger und Heißhungerattacken, Hautproblemen, Verdauungsproblemen, häufigen Erkältungen usw. tun kann, welche Lebensmittel man je nach Typ besser vermeidet und welche einem guttun würden. Natürlich kann die Ernährung allein nicht alles lösen und man kann nicht erwarten, dass von heute auf morgen wieder alles gut ist. Es ist ein Prozess und bedarf immer auch einer kleineren oder größeren Veränderung. Schließlich hat man meist über Jahre hinweg seine eigenen Bedürfnisse ignoriert oder bestimmte Zeichen des Körpers nicht beachtet. Das klingt jetzt vielleicht etwas einschüchternd, aber das Tolle daran ist, dass man es selbst in der Hand hat und selbst etwas verändern kann! Mit dem Ziel, wieder mehr Lebensqualität, Wohlbefinden und Zufriedenheit zu gewinnen, geht sich der Weg doch gleich viel leichter! Wer jahrelang unter Hautproblemen, Verdauungsbeschwerden oder ständigen Kopfschmerzen gelitten hat bzw. leidet, weiß wovon ich spreche.

Obwohl man oft etwas an seiner Ernährungsweise ändern muss – zumindest für eine gewisse Zeit – gibt es im Grunde keine Verbote. Es geht vielmehr darum, seinen Körper besser verstehen zu lernen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was einem wirklich guttut.

Mich begeistert an der TCM also vor allem der ganzheitliche Ansatz, was mir oft bei der westlichen Medizin fehlt. Ich möchte aber keinesfalls „unsere“ Medizin hier schlecht darstellen – im Gegenteil, die westliche Medizin ist genauso wichtig und wertvoll. Ich wünsche mir sowieso, dass die westliche Medizin mit den östlichen Medizinsystemen noch mehr kombiniert wird. Auch wenn die Chinesische Medizin in Asien entstanden ist, heißt das nicht, dass die Empfehlungen nicht mit unserem Leben hier in Europa zusammenpassen. Vieles davon überschneidet sich sogar mit dem „westlichen Wissen“. Im Grunde geht es einfach immer darum, jeden Menschen individuell zu betrachten und dann diesen Menschen dabei zu unterstützen wieder in Balance zu kommen.

Natürlich könnte man noch viel mehr über die Chinesische Medizin schreiben, immerhin handelt es sich um Wissen, das über Jahrtausende zurückgeht, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Falls ihr konkrete Fragen habt, schreibt mir gerne in den Kommentaren und ich werde versuchen, sie zu beantworten.

Im nächsten Beitrag werde ich auf eine der wichtigsten Ernährungsempfehlungen der TCM eingehen – ein warmes, gekochtes Frühstück! Und dann teile ich auch mein Lieblings-Porridge-Rezept mit euch. Es ist ganz einfach, aber so gut! 🙂

 

 

 

 

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